SunnDeey Log
Ein bisschen zuviel

Im Slogan steht ja "Offenheit", jetzt bin ich gleich mal so offen, wie eine ganz geöffnete Blüte. Ich glaube, dass es wichtig und richtig ist, dieses Gefühlschaos aufzuschreiben. Also hier kommts: Es dreht sich im Prinzip darum, dass gewisse Faktoren für sich allein genommen kaum Schaden anrichten können, aber wenn mehrere dieser Sorte zusammenspielen, dann geht das schief.

Also gestern um 14 Uhr wollte ich mich mit meiner Sozialbetreuerin Greti zur Kaffeerunde der mobilen Wohnbetreuung des Vereins B37 treffen. Ich weiß nicht genau, ob das mitgespielt hat, aber vielleicht hatte ich generell einen schlechten Tag. Ausgemacht war, ich solle Greti anrufen, wenn ich von zuhause losfahr, dann holt sie mich von der Bushaltestelle ab.

Tja, ich hatte vergessen sie anzurufen und wunderte mich dann, als niemand bei der Bushaltestelle war. Ich hab circa eine halbe Stunde in diesem Mistwetter gewartet, der Wind war heftig und kroch einem überall rein, der Regen peitschte mir ins Gesicht und kalt war es obendrein. Eine Sturmböe hat meinen Regenschirm ramponiert, also musste ich mich vollregnen lassen.

Nach dieser Zeit hab ich dann das Handy gezückt und wollte Greti anrufen und fragen, wo sie bleibt. In dem Moment wo ich es in die Hand genommen hab, ist mir einfallen, dass ich ja schon viel früher hätte anrufen sollen. Ich hab mich dann entschuldigt und kurz nach dem Telefonat hat sie mich abgeholt.

Wir gingen dann zu dem Bau, der früher eine Kaserne war und drinnen sowas von dunkel ist, dass man so gut wie nichts sieht, obwohl das Licht an war. Die Kaffeerunde fand in einem engen, ebenso dunklen und leider überfülltem Raum statt. Überfüllt mit mir unbekannten Menschen, Wohlbefinden kommt da bei mir keinesfalls auf.

Es war aber dann erstmal okay und ich hab vorsichtig Kontakte geknüpft, außerdem hab ich Skip-Bo spielen gelernt. Später haben wir Ostereier per Serviettentechnik verschönert.

Was erstmal oberflächlich gut klingt, sah aber in der Zeit innerlich bei mir anders aus. Ich war überfordert, überreizt. Ich habe ja zusätzlich zu meinen Depressionen Parallelen zum Borderline-Syndrom, zur Sozialphobie und zur posttraumatischen Belastungsstörung. Das alles ist nur geringfügig vorhanden, es steht und fällt mit der Therapie für die Depris und reicht nicht für eine Diagnose. Nun, in dem Fall war es die geringfügige Sozialphobie, die mir Probleme bereitet hat.

Geringfügig war nicht geringfügig genug und die ganzen Anti-Wohlfühl-Faktoren haben insgesamt eine schöne Sch**ße vom Zaun gebrochen. Ich bemerkte, dass ich mich geistig immer mehr abkapselte, mich innerlich zurückzog, Distanz schaffen wollte. Und irgendwie verschwindet man da in ein Träumeland und verliert so ein bisschen den Bezug zur Realität. Nicht dass man halluzinieren oder ausrasten würde, aber man ist ein klein bisschen weggetreten.

Ich hab aber nach außen hin weiter funktioniert, hab Karten gespielt und hab versucht, mir nichts anmerken zu lassen. Tatsache ist, dass ich das Gefühl wegzutreten sehrwohl kenne, das ist ein Warnsignal. Das heißt "Hey, pass auf, das wird dir hier zuviel". Ich bin aber in der letzten Zeit sehr gut mit ähnlichen Situationen fertig geworden, darum hoffte und dachte ich, dass es dabei bleiben würde.

Meine starke Selbstbeherrschung sorgte in gewisser Hinsicht auch dafür, dass es so blieb. Denn ich blieb, ich ging und ging nicht, obwohl ich schon längst den Drang spürte, Schmetterling zu spielen und wegzuflattern. Als das Treffen sich dem Ende neigte, kam ich aus meinem Träumeland zurück und hatte Schwierigkeiten Distanz und Nähe richtig zu dosieren.

Ich schaffte es dann noch bis zur Bushaltestelle, bis mich die Panikattacke erwischt hat, die eigentlich schon längst überfällig war. Der Bus kam sowieso sehr spät, also ließ ich mich auf einer Bank nieder und atmete durch. Klingt so, als hätte ich das schnell überstanden, nicht wahr? Tja, blöderweise kam es dann noch dicker. Das Gefühlschaos, das ich die ganze Zeit am Ausbruch gehindert hatte, das hat mich dann so richtig heftig erwischt.

Ab da war ich endgültig fertig, ich hab geheult, war kurz davor auszurasten und hab gedacht, ich krepier innerlich an der Intensität dieser Gefühle. Ich war so richtig depressiv und hab gedacht, sowas halt ich nicht nochmal aus. So richtig Laune und Lebenswille im Keller.

Glücklicherweise haben mich Familie und Freunde aufgefangen. Ich hab zuerst mit meiner Mama telefoniert, die hat mich beruhigt und hinterher hab ich mir zwecks Ablenkung Freundinnen zu einem Spiele-Abend eingeladen. Da ist es mir langsam besser gegangen, dafür war ich dann so richtig ausgelutscht und hab diese Nacht wie ein Stein geschlafen.

Heute morgen kam diese zusammengequirlte Sch**ße dann wieder hoch, so ne Art Flashbacks, aber es war trotzdem okay. Das war der letzte Rest und ich hatte ja heute um 10 Uhr wieder ein Gespräch mit meiner Sozialbetreuerin Greti.

Da hab ich dann mein gestriges Verhalten erklärt und sie hat gesagt, ihr ist es auch aufgefallen, dass es mir nicht gut ging, sie hatte aber Angst, dass sie mich verletzt, wenn sie mich darauf anspricht. Sie hat das auch korrekt eingeschätzt, dass ich dieses Treffen durchziehen wollte, ich wollte nicht einfach so abhauen.

Jedenfalls haben wir heute eine Vereinbarung getroffen. Ich werd in Zukunft meine eigenen Grenzen respektieren und die Warnsignale ernst nehmen. Ich lass mir zwar von meiner psychischen Verfassung nicht mein Leben diktieren und werde es auch nächste Woche wieder versuchen, bei dieser Runde dabei zu sein. Aber ich werde vor die Tür gehen und durchatmen, wenn es mir in dem Raum drin zuviel wird. Außerdem kann ich vor die Haustür gehen und allein eine rauchen.

Dann gehe ich den Raum zurück, versuche es wieder und spüre ganz genau nach, ob ich das aushalten kann. Wenn die Warnsignale nicht verschwinden, breche ich ab und gehe nach Hause. Greti wird bei solchen Runden stärker auf mein Verhalten achten und mich auf jeden Fall darauf hinweisen. Sie weiß jetzt, dass das besser und wichtiger ist, und dass das Risiko mich zu verletzen in diesem Zusammenhang gering ist.

Es hat sich also letzten Endes alles zum Guten gewendet und ich hab viel dazugelernt. Um die Sache abzuschließen, mach ich noch kurz eine Zusammenfassung der Faktoren, die da mitgespielt haben, damit ich in Zukunft bei solchen Konstellationen gleich vorsichtiger sein kann.

  • Parallelen zur Sozialphobie
  • Schlechter Tag, durchgefroren und durchnässt
  • Dunkle Räume
  • Enge Räume
  • Unbekannte Menschen (das in Kombination mit letzterem ist an sich schon schlecht, wie zum Beispiel in überfüllten Straßenbahnen, da hab ich schon manchmal Panikattacken gehabt)
  • Viele Menschen
2.4.15 18:43


Ursache und Wirkung

Wegen den ganzen spannungsgeladenen Happenings rund um den Wasserhahn hab ich einen kreativen Anfall bekomen XD
Also, es gibt eine neue Engel-Zeichnung und noch ein Bild. Guckstu selbst. Aber noch nicht. Stay tuned, gleich gibts die Nachrichten aus aller Welt... äh Hähne. Es ist eigentlich nur ein Hahn, aber der spielt sich auf, wie ein wilder Mob an Gockeln.

Also, heute morgen, kurz nachdem der Wecker mich aus dem Bett gerüttelt hat - mehr oder weniger - schüttelte mich das Telefon mit seinem unverkennbaren Klingeln aus dem geistigen Dämmerzustand. Nicht dass ich mich beim telefonieren in der folgenden geistigen Verfassung besser angestellt hätte, als im totalen Dämmerzustand, aber das machte zum Glück auch überhaupt nichts aus.

Die Firma wollte schon um 8 Uhr kommen, obwohl wir ursprünglich gesagt hatten zwischen 9 und 10 Uhr. Naja, so musste ich dann eben hurtigst in die Gänge kommen. Kaum war ich ins Gewand geschlüpft, riss mich die Türklingel mit ihrem grässlichen Geschelle aus der Dämmerwelle. Wobei ich da schreiben sollte, krässlich, weil das ist krass grässlich.

Wie auch immer, der Herr, der da so früh morgens in meine Wohnung gestapft kam, schritt dann zur Tat und sorgte dafür, dass die Wasserabsperrung wieder ihren Dienst tut. Zum Schluss hat er noch den Wasserhahn beäugt und bestätigt, dass sich der wirklich nicht mehr mit Dichtungshanf und Locherpaste richten lässt. Er sagte, das Problem liegt bereits in der Wand, da tritt Wasser aus.

Sodale, wenn das so ist, dann ist das nicht mein Problem. Dann ist die Wohnungsgenossenschaft zuständig und ich hab auch sobald der Herr weg war alsgleich mit denen telefoniert. Die Lebensräume zahlen das. Das sind echt gute Neuigkeiten.

Tja, gestern waren die Neuigkeiten nur halb so gut und es endete mit einer neuen Zeichnung - und während ich da so vertieft war, hat sich dieser a*schige Sturm meinen Aschenbecher geklemmt, der draußen beim Balkongeländer in der Halterung stand. Naja, derweil hab ich meinen kleinen Taschenäscher, demnächst fahr ich zum Sewa und hol mir so einen Eschenbacher, wie ihn ich vor dem Sturm hatte.

Heute sind die Neuigkeiten sehr gut und der Tag fing gleich nach dem der Herr Installateur weg war erst so richtig an. Wieder ein kreativer Anfall =)
Langer Rede kurzer Sinn: Hattu Augen, guckstu hin:

1.4.15 12:54


Satz mit X: war wohl nix

Tja leider, der Installateur und Werner sind schon wieder weg. Dieter hatte es ja, glaube ich, Babsi erzählt, dass die Wasserabsperrung sich nicht ganz zumachen ließ. Ich dachte, wenn heute der Installateur kommt, hat Werner ihn informiert, Werner ist ja Babsis Verlobter.

Naja, ich hab dann den Installateur informiert und wo er gehört hat, dass wir es schon versucht haben, sich aber das Wasser nicht komplett abdrehen ließ, meinte er, da müsse die Wohnungsgenossenschaft ran. Er findet außerdem, dass der Schaden beim Wasserhahn eher schon in der Wand ist und dass das auch meine Genossenschaft, die Lebensräume regeln sollten.

Ich kann wohl nicht verhehlen, dass ich jetzt ein klein wenig enttäuscht bin. Schon ein bisschen auch deswegen, weil im Prinzip nichts getan wurde. Aber noch viel mehr deswegen, weil es mir nicht gelungen ist, die notwendigen Informationen durch die ganzen Connections zu schleusen, von Dieter zu Babsi, von Babsi zu Werner, von Werner zum Installateur. Und ich bin sauer und fühl mich ein wenig schuldig, weil die beiden Herren ja heute gewissermaßen umsonst gekommen sind.

So eine Sche*ße, echt. Zumindest ist es kein hundertprozentiger Reinfall, auf das Anraten des Installateurs, habe ich meine Wohnungsgenossenschaft kontaktiert und die werden eine Firma beauftragen, die die Wasserabsperrung herrichtet. Die werden mich bald anrufen, wegen einem Termin, wann die kommen können.

Wenn die dann da sind, frag ich sie auch bezüglich ihrer Einschätzung, vielleicht bestätigen sie, dass, dass das die Lebensräume zu richten haben, dann könnten sie mir den Hahn bald drauf herrichten. Und ich weiß jetzt auch, dass ich für die Reparatur der Wasserabsperrung nichts bezahlen muss. Wenn die Genossenschaft auch das mit dem Hahn übernimmt, muss ich wahrscheinlich auch dafür nichts bezahlen.

Update: Gerade als ich mit dem Schreiben des letzten Absatzes fertig war, hat mich die Firma Wohlschlager-Redl angerufen, die kommen schon morgen zwischen 9 und 10 Uhr. Super! Das sind gute Neuigkeiten, jetzt fühl ich mich besser. Noch dazu passt es diesmal wirklich sehr gut. Weil normalerweise habe ich die Psychotherapie am Mittwoch um 10 Uhr, aber diesmal gibts eine Besprechung bei den Therapeuten, da hab ich erst später Therapie.

Also, das wars dann, die rasanteste Gefühls-Achterbahn des Tages. Drück mir bitte die Daumen, dass alles schnell und gut über die Bühne geht. Danke dir =)
Grüßli, SunnDeey

31.3.15 14:35


Heute kömmt der Röhrenflicker

Ey, keinen Blödsinn denken, von wegen das L weglassen und so. Nö nö. Sonst gibbets was uffe Augen, du! Dann schimmern sie so schön blau lila, wie meine heute mitgebrachten Blumenfotos. Also, wenn du braune Augen hast und dir schon immer Blaue gewünscht hast, dann kannst du es gern ausprobieren XD

Tja, also heute knöpft sich der Installateur meinen tropfenden Wasserhahn vor, ich weiß noch nicht ob er es zeitlich richten kann, dass sowohl die Armatur vom Waschbecken, als auch von der Badewanne unter die Lupe nimmt. Unsicher ist auch, ob sich das überhaupt auf diese Weise regeln lässt: Wasser abdrehen, Armatur abnehmen, Dichtungshanf ersetzen, mit Locherpaste abdichten.

Und wenn es so nix wird, müssen wir gröbere Geschütze auffahren, sprich den Hahn durch einen Neuen auswechseln. Das blöde ist, dass dieses Wohnhaus saualt ist, solche Dinge und auf solche Art, wie sie da verbaut bzw. verwendet wurden, das ist heutzutage nicht mehr üblich. Ich hab schon mal recherchiert, so ein Hahn für diese veraltete Anlage würde mich glatte 200 € kosten.

Glücklicherweise wird nicht so heiß gegessen, wie gekocht wird. Es könnte Alternativen geben. Die eine wäre, mit Winkeln etwas drum herum zu bauen, um diesen veralteten Kram zu umgehen. Aber ob das machbar ist, werde ich vielleicht noch nicht mal heute erfahren. Denn hoffentlich klappt das mit dem neu abdichten.

Apropos dicht, ich bin wohl nich mehr ganz dicht inn Kopp, zumal ich dir schon wieder mit dem botanischen Garten auf den Senkel gehe. Naja, mehr oder weniger...

Mehr oder weniger dicht, manchmal nicht ganz dicht im Kopp und trotzdem huckevoll. Ein Mensch kann gar nicht wirklich dicht sein, denn dann hätte er Schwierigkeiten, zum Beispiel mit dem Verdauungstrakt. Ich frag mich grad, wie dicht du bist. Vielleicht schon (in Promille gerechnet) dicht genug, um diese Senkel-Schweinerei durchzudrücken. Andersartig wünsch es dir nicht, dass du dicht bist, sonst hättest du ja nebst anderem eine Verstopfung epochalen Ausmaßes.

Wie auch immer, ich spiel rückslichtslose Sau und fahr sowieso drüber... Hier sind die blauen / lilafarbenen Senkel... äh Fotos:

31.3.15 13:22


Nachschub - Madness out there

Ist das zu fassen? Das zweite Musikvideo ist fertig (es handelt sch wieder um einen Electro-Sound). Hey, nicht die Fassung verlieren, mein kleines Glühbirnchen, das ist schon noch menschlich. Ich darf mir ja auf die Schulter kloppen und sagen, dass ich gute Vorarbeit geleistet hab.

Es ist schon was dran, dass ich mich selbst gscheit auf Trab halte, manchmal auch so krass, bis ich geistig richtig erschöpft und verbraucht bin. Dann muss ich eh eine Pause einlegen. Langeweile ist mir trotz meiner vielen Hobbies leider trotzdem ein Begriff. Vor allem dann, wenn ich unausgeschlafen bin und zu nix Lust hab. Ein ärgerliches Szenario, 0 Bock und 0 Ideen, wie ich die Zeit totschlagen könnte.

In dem Video geht es natürlich um ein ganz anderes Thema. Schau dich um und sieh dir die Umstände auf dieser Welt an, Streitereien, Kriege, tausende Probleme. Das ist der Wahnsinn - und ehrlich gesagt, ist das auch nur ein Hilfsausdruck. So da sitzen wir jetzt, wissen was überall geschieht und fühlen uns, als könnten wir nichts dagegen machen.

Dieses Video zeigt dir ein paar einfache Tricks, die schon viel verändern können. Es sind die unscheinbaren Dinge, die ungeahnte Auswirkungen haben können. Es sind die kleinen Dinge, die die Welt verbessern können und zwar nach und nach.

29.3.15 12:54


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